Aktuelles von Ihrem Dachdecker und aus der Presse

Schnee – Geschenk oder Gefahr?

Die Schneemengen der letzten Jahre führten zu Verunsicherungen bei den Eigentümern von Immobilien und es kam verstärkt zu Nachfragen und überstürzten Schneeräumaktionen. Wie viel Schnee verträgt eigentlich ein Dach?

Die Schneelast ist generell abhängig von der Form des Dachs sowie der geografischen Lage des Bauwerks. Es ist wichtig, dass das Dach der Schneelast standhält und nicht bedingt durch die Schneelast einstürzt. Dachneigung, Dachform und besondere Dachaufbauten wie Dachgauben, sind daher von Bedeutung bei der Schneelastberechnung, die bei einem Haus zulässig ist. Diese Berechnung erhalten Sie von Ihrem Statiker. Wie geht es nun weiter?

Neu seit 2012 gibt es die Möglichkeit, auf Hallendächern eine Schneewaage zu installieren. Solche Waagen messen die tatsächliche Schneelast, sodass die Sicherheit des Gebäudes sowie der Bewohner und Nutzer einfach überwacht werden kann.

Schneewaage

Was kostet ein Angebot?

Der Interessent ruft an:

  • er braucht ein neues Dach für ein Einfamilienhaus
  • die Sekretärin verabredet einen Termin vor Ort
  • der Dachdeckermeister fährt zum Termin und besichtigt das Bauvorhaben

Fachliche Beratung und Aufmass gehören zu seinen Aufgaben. 2-3 Arbeitsstunden sind bis jetzt schon angefallen. Zurück im Büro beginnt die Kalkulation des Angebotes:

  1. Massenberechnung erstellen
  2. Materialpreise bei Lieferanten einholen
  3. Alternativen ausarbeiten
  4. Kalkulation des Angebotes (bestehend aus Material- und Lohnkosten)
  5. Angebot wird geschrieben und versendet

Der Dachdeckermeister übernimmt die Haftung, dass sein Angebot fachlich richtig ist. Einschließlich der späteren Nachverfolgung des Angebotes (Auftrag: ja oder nein?) fallen weitere 2 Arbeitsstunden ein

Insgesamt sind vorsichtig geschätzte 4 Meisterstunden für die Angebotserstellung zur Dachdeckung eines normalen Wohnhauses notwendig. Bei den Betrieben des Dachdeckerhandwerks gibt es diese Leistung kostenlos. Leider nutzen Kunden dies aus. Statt 2 Vergleichsangebote werden oftmals 6 eingeholt. Wir erstellen unseren Kunden gerne Angebote, erwarten aber auch Vertrauen zu unseren Preisen und Leistungen.

Ob es kostenlose Angebote weiter geben kann, muss in unseren Innungen deshalb diskutiert werden.

Gruss aus Bremen
Lutz Detring
Obermeister

Quelle: Zeitung „wir Dachdecker“ Ausgabe 5/2011

Wie setzt sich die Handwerkerstunde zusammen?

Wie setzt sich die Handwerkerstunde zusammen?

Quelle: Flyer der Kreishandwerkerschaft Region BS-GF


Wunder gibt es immer wieder…

„Ein Dach wie neu“ und das zu Preisen, die 70% unter denen einer Neueindeckung liegen, verspricht der Hochglanz-Flyer eines Dachbeschichters. Da lässt sich natürlich ein anderer Anbieter nicht lumpen und lockt mit Preisen, die sogar 85% unter einer Neueindeckung liegen. Kleinlaut allerdings schränkt er diese Aussage in seiner eigenen Pressemitteilung ein: „… und sind fast immer mindestens 50% preiswerter als beispielsweise eine Neueindeckung“. Und wenn auch das Dach wie neu ist, so ganz sicher scheinen diese Anbieter nicht zu sein (wie auch alle anderen). Denn sie gewähren nur eine 5–10-jährige Garantie auf ihr Produkt.

Die Dachdeckerverbände warnen seit Jahren vor diesen Angeboten. Schließlich werden bei der Beschichtung des Daches die überdeckten Bereiche nicht erfasst. Somit ist mit einem baldigen Abblättern der Farbe Tür und Tür geöffnet.

Das scheint einer dieser Anbieter auch zu wissen. Auf seine Homepage weist er darauf hin: „Sollte die Farbe abblättern, so können sie das reklamieren und kostenloses Ausbessern verlangen.“

Doch weiter mit den Wundern. Die nachträgliche Beschichtung, so einer der ‚Dach-Heiler‘, ist sogar atmungsaktiv, so dass der „Wasserdampf aus dem Inneren des Hauses …“ austreten kann, was Schimmelbildung in den Räumen verhindert. Ah, ja – so einfach ist das, Schimmel an den Wänden deutet also nicht auf falsches Lüften, sondern auf ein zu dichtes Dach hin?

Kommen wir auf den Preis. Der ist angeblich so günstig, weil in den meisten Fällen sogar auf das Stellen des Gerüstes zur Durchführung der Arbeiten verzichtet werden kann. Dies allerdings ist eine Information, die der BG-Bau und Gewerbeaufsicht durchaus neu sein dürfte.

Manch ein Dachbeschichter schreckt vor gar nichts zurück. Selbst asbestzementhaltige Wellplattendächer, die „ehemals rissig waren“, können nach der Beschichtung jährlich begangen werden. Das jedenfalls verkündet ein süddeutscher Beschichter. Vorbei sind also endlich die Zeiten, da asbesthaltige Produkte teuer entsorgt werden mussten?

Mit Hochdruck in die Grauzone – Dachbeschichter versprechen viel und wissen die Unwissenheit und Verunsicherung ihrer Kunden zu nutzen.

Auszüge aus „Das DACH“ II. Quartal 2008